Die „Montagsabend-Kletterer“ on Tour

 Bereits im letzten Jahr sind einige der Teilnehmer der „Montagsabend-Kletterer“ gemeinsam verreist und haben eine Woche auf der Franz-Senn-Hütte verbracht. In diesem Jahr sollte der Wunsch von Regina, die Zugspitze zu erklimmen, umgesetzt werden. Von den ursprünglich sieben Reisenden, konnten sich leider nur sechs auf den Weg machen: Regina, Sybille, Jobst, Susanne, Rosemarie und Matthias, der jedoch mit seinem Neffen Richard nur einen Teil des Weges mitmachen wollte.

 Nach Anreise am Sonntag und kurzem Aufstieg bis zur Höllentalangerhütte sollte es am Montag den 4.7. zur Zugspitze hinaufgehen. Was bei der langfristigen Vorplanung keiner wissen konnte war, dass es in diesem Jahr die erste Woche mit optimalen Wetter- und Tourenbedingungen sein sollte. Gut, dass wir unsere Startzeit auf 6.30 Uhr gelegt hatten, so waren wir mit die ersten, die den Gletscher erreichten. Die Steigeisen wurden angeschnallt, und wir reihten uns ein in die Schlange der „Gipfelstürmer“. Die obere Randspalte war gut zu überwinden und dann ging es los an die Wand.

 Wie geht man damit um, wenn hinter einem mindestens 50 Leute sich zum Aufstieg bereit machen? Am besten Augen auf und los... Klettersteigset einhängen, Seil greifen, Stand suchen, weiter klettern. Spektakulär ist es, wenn man über Metallstangen geht, die einfach aus der Wand ragen und unter einem sind „gefühlte 3000 Meter“! Nicht nachdenken… Auch nicht, dass hinter einem 50 Bergsteiger in der selben Situation hängen. An der Irmer Scharte legten wir dann doch eine Pause ein, genossen die Aussicht und merkten, dass die Nachkommenden mindestens genauso außer Atem waren, wie wir. Bald reihten wir uns wieder ein und „drängten“ nach oben, schließlich wollten wir auch das Gipfelkreuz erreichen und ein Foto „nur mit uns“ haben. Danach kletterten wir durch das letzte Schneefeld runter zur Zugspitz-Terrasse, legten eine ausgiebige Pause ein und machten uns bereit zum Abstieg zur Wiener-Neustädter Hütte. Dass wir noch mal 800m „verteilt“ auf 1,5, Kilometer absteigen mussten, hatten wir bis dahin verdrängt. Geschafft von den 1700 m aufwärts, brauchten wir dann doch knapp vier Stunden dafür. In der von Rosemarie liebevoll genannten „Museumshütte“ bereitete uns der Wirt ein wunderbares Mahl mit Spaghetti und Tomatensoße!

 Was will man mehr nach so einem anstrengenden Tag? Ein Bett! Um wirklich schlafen zu können in 2200 Meter Höhe, braucht es aber mindestens drei Wolldecken, denn auch im Juli herrschten hier noch Minustemperaturen. Am nächsten Tag ging es dann weiter bergab zur Station Riffelscharte der Zugspitzbahn. Um diese zu erreichen „sprinteten“ wir zum guten Schluss mit unserem schweren Rucksack die Piste nach oben. Auch diese Hürde schafften wir und überglücklich beendeten wir unsere „Zugspitz Expedition“.

 Sybille Heller  Fotos: Rosemarie Schilling